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Formen der Fructoseintoleranz

hereditär und intestinal - wo liegt der Unterschied?

hereditäre Fructoseintoleranz:

"hereditär" ist die lateinische Bezeichnung für "erblich".

Bei der hereditären Fructoseintoleranz (kurz: HFI) handelt es sich um einen seltenen genetischen Enzymdefekt, der eine erbliche Störung des Fructosestoffwechsels verursacht und Fructose unter keinen Umständen gegessen werden darf. Durch den Enzymdefekt kann es zu Unterzuckerungen, sowie schweren Leber-, und Nierenschäden kommen.

Die hereditäre Fructoseintoleranz tritt schon im Säuglingsalter auf und wird zumeist sehr früh diagnostiziert. Schon geringe Mengen Fructose können bei den Betroffenen schwere gesundheitliche, sogar lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Die HFI stellt eine angeborene Unverträglichkeit auf alle fruktosehaltigen und saccharosehaltigen Lebensmitteln dar. Diese spezielle Form der Fructoseintoleranz ist nicht heilbar und erfordert eine lebenslange, spezielle Diät.

Zum Glück tritt die hereditäre Fructoseintoleranz nur sehr selten auf.

 

Fructosemalabsorption - intestinale Fructoseintoleranz

"intestinal" ist die lateinische Bezeichnung für "den Darm betreffend".

Eine Fruktosemalabsorption ist eine Aufnahmestörung (Absorptionsstörung).

Bei der Fructosemalabsorption findet nach dem Verzehr von Fructose oder fruktosehaltigen Lebensmitteln eine Unverträglichkeitsreaktion im Darm statt.
Diese beruht NICHT auf einer allergischen Reaktion und darf auch nicht mit der hereditären Fructoseintoleranz verwechselt werden.

Bei einer Fruktosemalabsorption kann Fruchtzucker im Dünndarm nicht richtig in die Blutbahn aufgenommen werden. Für eine problemlose Aufnahme der Fructose sind die GLUT-5 Transporter verantwortlich. Sind sie in ihrer Arbeit behindert, oder nicht ausreichend vorhanden, wird nur ein Teil der Fructose von der Darmschleimhaut aufgenommen. Der Rest gelangt in den Dickdarm und wird dort von Bakterien zersetzt. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren und Gase, die daraufhin zu Bauchschmerzen, Blähungen und anderen Symptomen führen können.

Die kurzkettigen Fettsäuren regen die Darmtätigkeit an: es entsteht Durchfall.

Die entstandenen Gase gelangen auch in die Blutbahn und werden über die Lunge ausgeatmet. Wird ein H2-Atemtest zur Diagnose einer Fructoseintoleranz durchgeführt, kann man den Gasgehalt im Atem messen.

 

Quelle: Barbara Doris Günther BSc; Bachelorarbeit: „Fruktosemalabsorption, Sorbitunverträglichkeit und Histaminintoleranz in der täglichen Ernährung Betroffener“ (2016); Fachhochschule Oberösterreich - Campus Wels